Leishmaniose

Leishmaniose

Ein gesunder Hund ohne Leishmaniose führt ein glückliches Leben und liegt gemütlich auf der Hundewiese.Die Leishmaniose ist eine Infektionskrankheit, an der Menschen sowie Hunde erkranken können. Oft wird die Leishmaniose auch als Reisekrankheit bezeichnet, da sie in warmen Regionen (z. B. beim Urlaub an der Mittelmeerküste), durch den Stich der weiblichen Sand- bzw. Schmetterlingsmücke, übertragen wird. Erreger sind dabei die mikroskopisch kleinen Leishmanien, von denen die Krankheit auch ihren Namen trägt.

Abbildung: Hier liegt ein gesunder Jack Russel Terrier gemütlich auf der Wiese. © heidijpix – Istockphoto.com

Übertragung im Mutterleib

Nach dem Stich der besagten Mücke ist eine Inkubationszeit von fünf Wochen bis zu sieben Jahren möglich. Die Tiere müssen bei Infektion mit Leishmaniose unbedingt ärztlich behandelt werden, denn ansonsten sterben sie an dieser Krankheit bzw. sind so geschwächt, dass sie durch eine Folgeerkrankung oder geschädigte Organe ihr Leben verlieren. Darüber hinaus kann Leishmaniose von der Hündin an ihre Welpen übertragen werden. Das geschieht bereits im Mutterleib – über die Plazenta. Es konnte aber festgestellt werden, dass nicht jeder Welpe an Leishmaniose erkrankt. Es gibt durchaus Würfe, in denen infizierte und nicht infizierte Welpen vorkommen. Dabei ist im Blut einiger Nachkommen zwar eine erhöhte Anzahl von Antikörpern nachweisbar, der Hund ist aber trotzdem nicht krank. Im ersten Lebensjahr geht dieser Antikörperanstieg wieder zurück.

Symptome

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Hauptformen der Leishmaniose: die kutane (Hautleishmaniose), die mokokutane (Schleimhautleishmaniose) und die viszerale (innere leishmaniose). Erste, jedoch sehr unspezifische Symptome können dabei Durchfall, Appetitlosigkeit, Lahmheit und Gewichtsverlust sein.
Spezifische Symptome der Infektionskrankheit, die je nach Grundform unterschiedlich stark ausgeprägt sind, können sein:

  • kahle, entzündliche Hautstellen um die Augen sowie an Schnauze, Hals und Beinen
  • haarlose, einreißende Ohrränder
  • Schuppenbildung
  • Haarausfall
  • geschwollene Milz und Lymphknoten
  • schnell wachsende, brüchige Krallen
  • Augenerkrankungen
  • teilweise verkrümmte Gesichtsmuskulatur
  • Nasenbluten, häufig bei Schäferhunden und ihren Mischlingen
  • unangenehmer, fauliger Geruch im fortgeschrittenen Stadium
  • Anämie (Blutarmut)
  • Milz-, Nieren- und Leberschäden bis hin zum Organversagen

Außerdem können die Symptome je nach Land unterschiedliche Ausprägungen annehmen. In Griechenland wurde bei Hunden z. B. beobachtet, dass Leishmaniose trockene Verkrustungen am Kopf hervorruft, während Hunde aus Portugal und Spanien offene Wunden an Beinen (insbes. Gelenke) und Pfoten aufweisen. Haarausfall kommt bspw. bei Hunden aus Spanien und Italien i.d.R. an den Hinterbeinen vor, während griechische Hunde die Haare am kompletten Körper verlieren. Übrigens kann Leishmaniose auch auf den Menschen übertragen werden, weshalb große Vorsicht beim Auftreten der Symptome geboten ist.

Diagnose, Therapie und Vorbeugung

Der Hund muss nicht überall hin mitkommen, vor allem nicht in Gegenden, in denen Leishmaniose übertragen werden kann.Die Diagnose wird vom Tierarzt gestellt, der verschiedene Verfahren anwenden kann, z. B. einen Leishmaniose-Antikörper-Titer (LAT) oder eine Entnahme eines Punktats aus Lymphknoten und Knochenmark. In wenigen Fällen ist Leishmaniose heilbar, die Therapieansätze sind zudem sehr unterschiedlich. Einige Quellen sprechen von einer medikamentösen Behandlung (z. B. mit Antibiotika oder Allopurinol), andere von einer Chemotherapie mit Injektionen oder einer Immuntherapie. Am wichtigsten ist es tatsächlich das Immunsystem des Tieres wieder anzukurbeln und in dieser Hinsicht mit gutem Futter sowie einer sorgfältigen Pflege die Gesundheit des Hundes zu unterstützen – so können die Tiere auch mit Leishmaniose ein angenehmes Leben führen. Die beste Vorbeugung ist es den Hund in betroffene Gebiete im Mittelmeerraum nicht mitzunehmen. Möchte man trotzdem auf die Gesellschaft des Hundes nicht verzichten, gibt es u. a. spezielle Halsbänder und Sprays zur Abwehr der Sand- bzw. Schmetterlingsmücke.

Abbildung: Beim Spaziergang in deutschen Wäldern droht keine Ansteckung mit Leishmaniose durch die Mücke. © c4shy – Fotolia.com