Hund und Katze als beste Freunde – Ist das möglich?

Hund und Katze als beste Freunde – Ist das möglich?

Bordeauxdoggen-Welpe und Coon-Katze kuscheln miteinander.Vielleicht werden sie nicht gleich beste Freunde, aber grundsätzlich können Hunde und Katzen miteinander im gleichen Haushalt auskommen. Wichtig ist es dafür, dass keiner der Tiere bisher eine schlechte Erfahrung mit der anderen Tierart gemacht hat – ansonsten wird es sehr schwierig. Am besten eignen sich junge, unvoreingenommene Jungtiere für eine Gewöhnung aneinander.

Abbildung: In manchen Fällen entsteht eine dicke Freundschaft zwischen Hund und Katze. © Larisa Kursina – Fotolia.com

Warum verstehen sich Hunde und Katzen nicht?

Das größte Problem zwischen Hund und Katze stellt die unterschiedliche Art der Kommunikation dar. Während Katzen zum Beispiel bei Wohlgefallen schnurren, können Hunde das als knurren und damit als Abneigung interpretieren. Weitere Fehldeutung: Hunde wedeln bei Freude bzw. Erregung mit der Rute, während bei Katzen ein Schlagen mit dem Schwanz immer schlechte Laune und Angriffsbereitschaft bedeuten. Wenn der Hund nicht an die Kommunikation des Stubentigers gewöhnt ist, kann es dann passieren, dass er das „Schwanzwedeln“ der Katze als Einladung zum Herankommen interpretiert, die Katze darauf aber mit ihren scharfen Krallen antwortet. Ebenso kann die Katze das Wedeln des Hundes als Angriffslust verstehen und flüchtet, was wiederum den Jagdtrieb des Hundes anregt. So gibt es noch weitere Missverständnisse bezüglich der Verhaltensmuster. Wie man sieht, ist es nicht einfach Hund und Katze zusammenführen. Aber mit viel Geduld lernen die beiden die unterschiedliche Kommunikation des anderen richtig zu interpretieren.

Sanftes Zusammenführen

Aus diesen Gründen sollte man Hund und Katze mit viel Geduld zusammenführen. Am besten sollte der Hund dabei an der Leine bzw. einem festen Geschirr gehalten werden. Das Zusammenführen muss immer wieder, unter ständiger Beobachtung, trainiert werden. Was es sonst noch zu beachten gibt, hängt davon ab welches Tier zuerst im Haushalt war:

1. Die Katze war zuerst da.

Katzen haben ein ausgeprägtes Revierverhalten in den eigenen vier Wänden.Die Katze wird die Wohnung bzw. das Haus bereits als Revier betrachten, in welches der Hund als Eindringling kommt. Dieses Hausrecht der Katze sollte man berücksichtigen und der Katze unbedingt einen möglichen Rückzugsraum mit Körbchen, Fresschen und Katzenklo einrichten. Außerdem sollte man die beiden auch nach der Eingewöhnungsphase genaustens beobachten. Denn es kann passieren, dass besonders ältere Katzen den jungen Hund unterdrücken und dieser dadurch ängstlich oder sogar zum Katzenhasser wird. Kennt die Katze bisher keine Hunde, sollte man besonders vorsichtig sein, da sie das Verhalten des anderen Tieres absolut nicht einschätzen kann und den Hund als potentiellen Feind einschätzt. Kennt die Katze bereits Hunde wird es etwas leichter, trotzdem darf der Hund den Stubentiger niemals jagen. Bei der ersten Zusammenführung deswegen den Hund bitte an der Leine halten und ihn erst die Wohnung erkunden lassen, wenn die Katze in ihrem Rückzugszimmer ist.

Abbildung: Geheimer Boss im Haushalt: meistens die Katze! © edouardsoulier – Fotolia.com

2. Der Hund war zuerst da.

Ist der Hund zuerst in den Haushalt eingezogen, ist die Situation etwas entspannter. Das liegt daran, dass Hunde grundsätzlich flexibler sind als Katzen und sich schneller an neue Gegebenheiten gewöhnen. Das merkt man zum Beispiel besonders bei Umzügen – während sich Katzen damit sehr schwer tun, fühlt der Hund sich auch in einer anderen Wohnung schnell wohl. Trotzdem sollte der Hund bei der ersten Begegnung angeleint werden.

3. Beide Tiere werden als Jungtiere in das Haus geholt.

Die dritte Situation ist die einfachste, weil beide das Verhalten des anderen von Anfang an kennen lernen können. In einer zweiten Reihe stellen wir nützliche Tipps für ein harmonisches Miteinander von Hund und Katze vor.